Schlafforschung und Schlafmedizin
Ein drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf.
Die moderne Schlafforschung begann, als der Neurologe und Psychiater Hans Berger 1929 das Elektroenzephalogramm (EEG) entwickelte, mit dem man die Gehirnströme messen konnte. Man stellte fest, dass unser Schlaf kein passiver, sondern ein teilweise höchst aktiver Zustand ist.
Man erkannte verschiedene Schlafstadien:
- die Stadien 1 und 2 (Einschlafphase und Leichtschlaf)
- die Stadien 3 und 4 (Tiefschlaf)
- danach folgt ein besonderes Schlafstadium (REM-Schlaf=Rapid Eye Movement= schnelle Augenbewegung)
Diesen REM-Schlaf bezeichnet man auch als "Traumschlaf", da man hier besonders viel und lebhaft träumt.
Was ändert sich sonst noch im Schlaf?
- Herz- und Pulsfrequenz verringern sich (außer im REM- Schlaf)
- Die Atmung wird zunehmend flacher und regelmäßiger (nur während des REM-Schlafes atmen wir wieder etwas stärker)
- Die Körpertemperatur sinkt
- Die Muskelspannung lässt nach
Gestörte Nachtruhe macht krank!
Schlafstörungen sind weit mehr als eine Bagatellerkrankung.
Etwa 20-30% der erwachsenen Bevölkerung leiden hierzulande unter Ein- oder Schlafstörungen, unerholsamer Schlaf oder krankhafter Schläfrigkeit am Tage. Obwohl die meisten Betroffenen eine langjährige Leidensgeschichte hinter sich haben, suchen nur etwa ein Drittel der Schlafgestörten gezielte Hilfe bei einem Arzt und lediglich die Hälfte von Ihnen wird entsprechend Ihrer Bedürfnisse behandelt. Der gestörte Nachtschlaf bleibt jedoch nicht ohne gesundheitliche Folgen.
Tagesmüdigkeit und Erschöpfung, Leistungsknicks, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit machen oftmals auch den Tag zur Qual und bringen neben depressiven Verstimmungen und sozialen Einschränkungen auch ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich. Experten sind überzeugt: Unfälle durch "menschliches Versagen", wie das Tankerunglück der EXXON Valdez, der misslungene Start der Columbia-Raumfähre oder die Katastrophe von Tschernobyl sowie eine hohe Zahl von Arbeits- und Verkehrsunfällen sind auf die mangelnde Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit aufgrund von Schlafstörungen zurückzuführen.
Klinik Norderney
